gritflytrin Pfälzerwald · Sandstein & Wege

Unter dem Dach

Der Wald verändert jeden Schritt.

Nach den warmen Wänden wird das Gelände kühler. Kiefer auf dem trockenen Rücken, Buche am Hang, Farn und Bach im Grund: drei Stockwerke, die man an einem einzigen Abstieg durchquert.

Schmaler Waldbach mit Moos, Farn und einem hölzernen Steg im Morgennebel

Unten wird der Wald stiller

Die Täler des südlichen Pfälzerwaldes sind keine Schluchten mit Tosbecken. Es sind enge, sandige Gründe, in denen ein Bach oft nur knietief bleibt und sich im Sommer streckenweise in Kies verliert. Die Wieslauter sammelt viele dieser Fäden. Seitenbäche bei Erfweiler, Bundenthal und im Raum Hinterweidenthal führen im April sichtbar mehr Wasser als im August.

Kalte Luft sammelt sich nachts in diesen Mulden. Wer im Juli um sieben Uhr aus einem Dorf aufbricht, geht die erste halbe Stunde oft im Nebel und trifft den ersten warmen Fels erst oberhalb der Hangbuchen. Genau dieser Versatz ist der Grund, den Morgen nicht auf der Aussichtsplatte zu beginnen, sondern im Tal. Die Platte kommt später, wenn der Nebel nach oben ausfranst.

Der Bach ist das Metronom. Solange man ihn hört, ist der Weg noch nicht auf dem Rücken angekommen.

Drei Bestände, drei Böden

Kiefer

Trockene Rücken

Waldkiefern stehen auf den ärmsten, durchlässigsten Sanden, oft direkt neben dem Fels. Die Nadelstreu dämpft den Schritt, bricht aber auf geneigten Platten leicht weg. Im Juni ist es hier schattig und trotzdem harzig warm.

Buche

Hänge mit Laub

Rotbuchen dominieren frischere Hänge. Im Oktober wird ihr Laub zur zweiten warmen Farbe neben dem Sandstein, im Februar sind die Kronen leer und der Fels graphisch. Nasses Buchenlaub auf festem Weg ist eine der rutschigeren Flächen des Gebiets.

Farn und Moos

Der feuchte Saum

Am Bach und am beschatteten Felsfuß bleiben Farne lange grün. Sie markieren Stellen, die man nicht als Lager oder Abkürzung benutzt. Der Stein darunter ist dunkler; die Erklärung der Poren steht bei Sandstein und Licht.

Was man im Tal anders plant

Holzstege sind schmal. Nach Regen stehen Pfützen auf verdichtetem Sand, und eine Umgehung durch den Farn saugt mehr Wasser in den Schuh als der Weg selbst. gritflytrin rät, in den Gründen auf der vorhandenen Spur zu bleiben und die nasse Variante als Teil der Etappe einzuplanen, nicht als Störung.

Wasser mitnehmen, Bach nicht als Vorrat behandeln

Auch ein klarer Waldbach ist kein Trinkwasser. Die Flasche wird im Ort gefüllt. Mengen und Gepäck stehen in der Packliste.

Wild bleibt am Rand der Wahrnehmung

Rehe, Spechte und im weiteren Wald auch die Spuren von Schwarzwild gehören zum Bestand. Stehenbleiben ist genug. Futter und das Verlassen des Weges für ein Foto stören mehr, als sie zeigen.

Der Anstieg ist der Gegensatz

Vierzig Höhenmeter genügen oft, um vom feuchten Grund auf einen trockenen Kiefernrücken zu kommen. Die Öffnung darüber beschreiben die Felsenblicke, das Gesamtbild die vier Geländeformen.

Im Hochsommer kann der Bach streckenweise nur noch ein helles Band im Kies sein. Die Farne bleiben trotzdem der feuchte Saum, und die Luft im Grund ist kühler als auf der Platte. Im Februar kehrt sich das Gefühl um: Der Grund ist der kälteste Ort des Tages, und ein kurzer Aufstieg in die Kiefern bringt die erste trockene Fläche. Beide Fälle gehören zum selben Wald, nur die Schicht, die man anzieht, wechselt.

Vom kühlen Grund zurück auf den roten Stein

Die Täler sind die Pause zwischen den Türmen, nicht ein zweites Reiseziel mit eigener Lautstärke.

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